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Dezember 2015

Eine Narbe zuviel?

Donum Vitae Regensburg und Hebammenverband organisierten Filmvorführung und Diskussion im Ostentor-Kino

von links: Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel (Gynäkologin und Direktorin Klinik St. Hedwig), Dr. Heike Wolter (Mutter), Judith Raunig (Filmemacherin), Doris Schiller (Leiterin der Beratungsstelle DONUM VITAE Regensburg), Dr. Carsten Lenk (Moderator) Foto: Astrid Giesen, Bayer. Hebammenverband

Regensburg. Das Regensburger Ostentorkino war am Mittwoch (11.11.15) Schauplatz einer ungewöhnlichen Filmvorführung. Statt James Bond oder Josef Hader gab es einen Film zum Thema Kaiserschnitt: „Meine Narbe-ein Schnitt ins Leben“ - so der Titel der Dokumentation. Initiatoren des Abends waren Doris Schiller von Donum Vitae Regensburg und Astrid Giesen vom Bayerischen Hebammenverband. Mit dem Film sollten die Folgen eines Kaiserschnitts für die Familien ins Bewusstsein gerückt werden, um künftig einen sensibleren Umgang mit diesem Thema zu erreichen.

Jedes dritte Baby in Bayern erblickt mittlerweile bei einem Kaiserschnitt das Licht der Welt. Die oftmals als „sanft“ beschriebene Form der Geburt ist heutzutage die häufigste Operation bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die von der Medizin so angepriesene, weil angeblich risikoarme Form der Geburt, wird aber von Frauen vielfach als Trauma erlebt: „Der Kaiserschnitt war immer eine dunkle Wolke, die über mir gehangen ist. So viele andere Frauen bringen ihre Kinder vaginal zur Welt, nur ich schaff ’s nicht. Ich bin zu blöd dazu.“ Gedanken und Gefühle, die oft genug dazu führen, dass ihr Erlebnis mit dem Kaiserschnitt tabuisiert wird.

Im Mittelpunkt von MEINE NARBE stehen daher junge Mütter und Väter und ihr persönliches Erleben mit der Schnittentbindung. In schonungslos ehrlichen Interviews schildern sie Erwartungen und Wünsche, die sie an die Geburt ihres Kindes hatten, ihr körperliches und seelisches Empfinden sowie die oft langwierigen Folgen dieses Ereignisses:


Diskussion mit Ärzten und der Filmemacherin

Im Anschluss an den Film standen auf dem Podium die Filmemacherin Judith Raunig, drei GynäkologInnen, ein Kinderarzt, eine Sozialpädagogin, eine betroffene Mutter und eine Hebamme für Fragen zur Verfügung. Der Moderator Dr. Carsten Lenk vom Evangelischen Bildungswerk führte mit viel Einfühlungsvermögen durch die emotionale Diskussion.

Es wurde über die Gründe der zunehmenden Kaiserschnittrate gesprochen, über die physischen und psychischen Folgen für Mutter und Kind und warum die Hebamme nicht mehr wie früher die hauptverantwortliche Begleiterin der Familie durch diese Lebensphase ist.

 

Kaiserschnitt nur mit medizinischer Indikation

Am Ende waren sich alle einig: Der Kaiserschnitt sollte nur mit medizinischer Indikation vorgenommen werden, weil er für Mutter und Kind gesundheitliche Risiken mit sich bringt. Es sollten alle Möglichkeiten genutzt werden, die Fehlentwicklung des leichtfertigen Umgangs mit dieser Operation wieder rückgängig zu machen. Ziel sollte eine Quote von maximal

15 Prozent sein, so wie es die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt.

 

Nicht zuletzt wurde über das gute Angebot in Regensburg gesprochen. Familien erhalten umfassende Beratung rund um alle Fragen der Schwangerschaft, der Geburt und bis zum 3. Lebensjahr des Kindes. Außerdem bietet DONUM VITAE Regensburg ein Gruppenangebot mit dem Thema „Schwere Geburt und Kaiserschnitt“ an.